falling through a world unknown...

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Unten

Worte, Gesten und Zeichen haben keine Bedeutung mehr für mich, mich hat das semantische Vakuum verschluckt. Oben aus der sich immer weiter schließenden Öffnung ragen noch meine Füße heraus, doch sie sind schlaff und zappeln nicht mehr, denn ganz unten in der Tiefe hat mich schon die Ohnmacht ereilt. Dafür bin ich dankbar.
Nun stecke ich im Common Sense und bin bereit für eine Koexistenz.
30.5.11 21:14


Joyless - Without Support

Joyless haben mir genau das Album gegeben, das ich mir von ihnen gewünscht habe. War das Vorgängerwerk „Wisdom & Arrogance“ schon ein schräges, psychedelisches Werk misanthropischen Pops, pendelnd irgendwo zwischen einer drogengeschwängerten Session im elterlichen Keller und den besten Zutaten der Psychedelic Exzesse der 70er und der Post-Punk Meisterwerke der 80er, so geht Without Support diesen Weg konsequent weiter. Auffallend ist zunächst, dass die Gitarren wieder präsenter und sägender in Erscheinung treten, was dem Album vor allem diese schroff rockende Note verleiht, zuweilen treten sogar Zutaten zutage, die noch an den Black Metal von Forgotten Woods erinnern, allerdings eher in den Kompositionen versteckt, als wirklich auffällig.
Prägendes Merkmal von Joyless ist seit Bestehen der Band immer aber vor allem diese dilettantisch, holprige Note, die seit Wisdom & Arrogance am auffälligsten durch den Gesang Ida Helleboe's hervortritt, den die einen als unerträglich schief, die anderen als perfekten Ausdruck der Sehnsucht nach einer heilen Welt inmitten einer zerstörten und depressiven Jugend bezeichnen könnten, zumindest würde ich mich dieses Vergleichs bedienen. Für den weniger sensiblen Zuhörer mag das Album sogar wie ein misslungener Versuch wirken, Rock mit 70er Psychedelic-Tendenzen mit einer durchaus positiven Ausstrahlung zu spielen. Wer die Musik von Joyless jedoch wirklich versteht, schätzt den zerbrechlichen, tief betrübten Kern, der bereits einige Songs auf dem Debütalbum ausgezeichnet hat.
Without Support sind positive Gefühle zwar in keiner Weise fremd und es ist auch das ideale Album für den Frühling, jedoch spiegelt es diese Emotionen gleichsam diffus und verzerrt wieder, über einen eingetrübten und an mehreren Stellen gesprungenen Spiegel...

„Have you ever felt like this is the best day in your life?
One day this will happen to you.
Then it's good to know:
Everyday is better then the next.“

(Better, Joyless)

23.3.11 13:29


Verständnis

In mir hat sich der Gedanke gefestigt, dass der Mensch, mehr noch als alles andere, vor allem verstanden werden will.
Während die Einen, und ich möchte hier die Vermutung aufstellen, dass es sich dabei um den weitaus größeren Teil handelt, sich ihrer wahren Natur jedoch viel zu selten bewusst sind oder, so möchte ich zynisch behaupten, sich dieser eindeutig zu sehr bewusst sind, sodass sie sich damit zufriedengeben, dass nie ein Mensch auf eine sonderlich nachhaltige Weise in sie dringt, so sind die Anderen dazu verdammt worden, ihr Dasein als Waisen im Geiste zu fristen.
Die schnöden und unachtsam hervorgebrochenen Worte derer, von denen es sie so unbarmherzig getrennt hat, sind ihnen keine Beruhigung, sondern vielmehr zusätzlich Salz in der Wunde des von jedem Frieden losgerissenen Daseins. Auf ihrer Suche nach einem Weg das zerklüftete Gebirge aus Zweifeln und sie beständig folternder Anspannung zu erklimmen, sind Enttäuschungen oft besonders zahlreich. Zuweilen jedoch, da mag es einen Moment des temporären Aufatmens und der Befreiung geben, geht es ihnen auf, dass die verzweifelte Bemühung um eine Offenlegung dieser so verhängnisvollen und jedes Sinns entbehrenden Existenz nicht alleine ihr Schicksal ist.
Finden sie so nicht die Erlösung von der grausamen Entzweiung zwischen ihnen und der Welt, denn doch zumindest ein Gefühl von Geborgenheit inmitten derer die ihre schwere Bürde mit ihnen tragen oder einstmals getragen haben...

10.2.11 20:24


Wahrheit

Wir leben so einträchtig im Tageslicht,
erdulden einander und gewöhnen uns,
keinen Moment wollen wir getrennt,
abgesprengt unter Jemandem sein;
so behagt es uns sehr,
dass wir schweigen.
Nur...die Wahrheit ist rott...

16.10.10 23:03


The Shadow, the Darkness (Thomas Ligotti)

Diese Geschichte Ligotti's geht, wie das Meiste, das ich bisher von diesem großartigen, mir erst kürzlich bekannten Autoren lesen durfte, weit über die Grenzen normaler Horrorgeschichten oder solcher, der wohl meist „Weird-Fiction“ genannten, hinaus. Dabei mutet „The Shadow, the Darkness“ noch ein Stück weit gehobener an, was zu Beginn scheinbar den Unterhaltungswert mindern will. Keine deformierte Clownspuppe mit hin und her wimmelnden Gliedern und auch keine seltsame Fabrik, die noch seltsamere Dinge, aus völlig im dunkeln liegenden Gründen herstellt (hätte es mal Kafka nicht gegeben), stattdessen philosophische Exkurse über die Sinn- und Wertlosigkeit von Kunst und den sie erschaffenden Geist.

Nach der „metamorphischen Gesundung/Besserung/Erholung“ des Künstlers Grossvogel, der sich im Fokus der Geschichte befindet, seiner Erkenntnis, dass alle Vorstellungen des Geistes unecht und falsch sind und er zum einzig wahren, ungetrübten „Sehen des Körpers“ gelangt zu haben glaubt, der nur Werkzeug der alles antreibenden Kraft, des Schattens“, der Dunkelheit ist, bleibt letztlich nur eines:
Die komplette Negierung des menschlichen Schaffungsvermögens und der vermeintlichen Befähigung über sich selbst hinaus zu wachsen und Kunst zu kreieren.

Am Ende schließlich nur die Gewissheit, dass der von Illusion und Fantasie befreite Geist, der endlich klar sieht, die Wahrheit sieht, in der Tat nichts sieht, außer endlose, undurchdringliche Dunkelheit, in allen Dingen...
4.4.10 02:33


Mastodon, Totimoshi (Grünspan, Hamburg)

Mastodons Konzert im Grünspan fiel mir erst sehr kurzfristig ins Auge, zwischendurch war ich auch versucht, das Vorhaben abzublasen, da die Begleitumstände denkbar schlecht waren und man auch nicht zu 100% davon ausgehen musste, noch eine Karte bekommen zu könnnen. Letztlich bin ich jedoch so dankbar wie selten, dass wir letztlich doch in Richtung Hamburg aufgebrochen sind und das Wagnis eingegangen sind, denn eines der besten Konzerte meines bisherigen Lebens liegt jetzt hinter mir.

Die als Einheizer fungierende Vorband Totimoshi begann fast pünktlich um 8, was einen darauf aufmerksam machte, dass einem hier ein professionell durchgeplanter Konzertabend bevorstand.
Es gab außerordentlich überzeugenden Stoner Rock/Metal, der mich sogar kurzfristig in Versuchung führte, später eine LP zu erstehen. Hervorzuheben ist in meinen Augen der Sänger, der eine sehr einnehmende Stimme zu bieten hat, zwischen leichtem Keifen und klarem Gesang pendelnd. Ansonsten machten die Songs, in kompositorischer Hinsicht, im Allgemeinen einen sehr ausgereiften Eindruck.
Ungefähr um 9, oder kurz vor 9, verließ die Band die Bühne, derweil sie ihr Ziel, Lust auf mehr zu machen, außerordentlich gut erreicht hatte.

Nach einer sehr kurzen Pause standen denn bereits Mastodon auf der Bühne.
Dabei hatten sie, neben diverser verschiedener Gitarren, die insbesondere Mr. Hinds im Verlauf des Konzertes mehrfach wechselte, auch eine Videoshow. Diese dokumentierte, während die Band das komplette letzte Album „Crack the Skye“ von Vorne bis Hinten durchzog, die Handlung. Das Einzige was ich im Nachhinein bereue ist, dass ich mich mit dem Konzept dieses äußerst interessanten Werkes im Vorfeld nicht genauer beschäftigt habe und mir somit den äußerst verwirrenden Plot erst später wirklich erschlossen habe. Vielleicht war das aber auch gut so, denn so war ich in der Lage mich ganz der Musik hinzugeben.
Überraschenderweise vermochte schon der erste Teil dieses Konzerts mich dazu zu bringen im Geiste demütig auf die Knie zu gehen. Obwohl ich den Werdegang der Band, spätestens nach Blood Mountain, das mich zugegebenermaßen seinerzeit etwas enttäuscht hatte, etwas aus den Augen verloren hatte, bewies sie eindeutig, dass sie dieselbe Energie, die selbe Ausstrahlung in ihrer Musik hat, wie zu Leviathan-Zeiten, nur das eben, nun ja, die Musik etwas anders geworden ist...
Der zweite Teil des Konzerts, leider eindeutig der Kürzere, gefiel mir dennoch noch deutlich besser:
Mastodon feuerten Songs aus ihren sämtlichen anderen Alben in die Menge, darunter „Iron Tusk“ und „Aqua Dementia“, wofür ich auch sehr dankbar war, und gleich 3 Songs vom Debüt Remission.
„March of the Fire Ants“ beschloss den Abend und wer nicht spätestens denn einen Orgasmus kriegt, wenn sich plötzlich aus dem stampfenden Inferno dieses anbetungswürdige Solo erhebt, dem ist nicht mehr zu helfen...
Zugegebenermaßen war ich etwas enttäuscht, als die Band schon nach 70 Minuten quasi wortlos die Bühne verließ, zumal der Überhit „Blood & Thunder“ nocht nicht gespielt worden war. Offensichtlich scheint es bei amerikanischen Bands aber üblich zu sein, nicht mal mehr als 60 Minuten als Headliner zu spielen, wenn man sich die Setlist anderer Konzertlocations anschaut.
Um ehrlich zu sein, war ich auch noch niemals so leicht dazu zu bewegen, diesen Umstand zu vergessen und einfach nur dankbar zu sein, dankbar für die Erfüllung meines lange gehegten Wunsches endlich Mastodon live zu sehen (das Einzige was ich bereue ist, dass dies nicht zu Leviathan-Zeitgen geschehen ist) und dankbar für eine alles niederreißende Urgewalt von einem Konzert, das sich so schnell nicht aus meinem Geist schleichen wird....
11.2.10 11:31


Die neue Zeit

Reine, unverfälschte Klarheit in den Mitteln der Mitteilung, eine verlockende Welt tat sich diesem da auf und es brauchte nicht lange, um ihm die Notwendigkeit ihrer Existenz vor Augen zu führen. Fast war ihm, als wäre sein Dasein vormals leer und unbedeutend, so als seien die vergangenen Jahre Verlorene gewesen und als ob er nur seine Venen an das Herzstück zukünftiger menschlicher Vervollkommnung anzuschließen bräuchte, um dieses Versäumnis vergessen zu machen.
So übergab er sich also frohen Mutes der Maschine, Herr über all die glorreichenen neuen, menschengeschaffenen Kräfte, diese versprühte kurz etwas in seinen Geist, das ihm wie die Abwandlung eines zufriedenen, dankbaren Seufzers schien, auch wenn es nur die normale menschliche Reaktion gegenüber der Abgabe von Verantwortung war, dies sollte er jedoch niemals begreifen.

Von diesem Zeitpunkt an wusste die Bestie Versatzstücke seines Ichs, ähnlich der Saat eines Gärtners, jedoch einem der die wilde, ungezähmte Natur liebt, scheinbar ziellos auszustreuen. Zunächst vermochte dies kaum in seine Aufmerksamkeit zu rücken, schließlich enthielt das Tempelgewölbe des Informationszeitalter einen derartig gewaltigen Raum, dass eine neue Information, eine neue, seiner Obhut übergebene, Lebensform nicht mehr war, als ein einziges Planktonpartikel, das in den Schlund eines Riesenhais wanderte. Doch der Zufall, und nichts als der Zufall, es sei darauf hingewiesen, dass jede Ausformung dieses Falls, wie dieser sich heute darstellt, ausschließlich reiner Willkür und nichts anderem sonst zu verdanken ist, wollte es, dass sich in diesem Datenpfuhl eine metaphorische Blase langsam ausdehnte, genaugenommen also nichts als eine besonders große auf seine Person bezogenen Informationsfülle. Dies war deswegen verwunderlich, da er sich doch nur der Geborgenheit und nichts sonst zu überstellen gedacht hatte, große Aufmerksamkeit wünschte er sich nicht, er war ein durchaus bescheidenes Individuum.
Ihm entglitt die Kontrolle.

Nun wäre dies alleine nicht der Grund für größere Unannehmlichkeiten gewesen, ganz gewiss nicht! Jeder Mensch jedoch, sei er auch noch so rein, gebärdet er sich auch noch so tugendhaft, verbirgt in seinem Inneren etwas, dessen niemand anders als dieser besagte Mensch selbst je gewahr werden sollte. Die Maschine allerdings filterte nicht, ihr war jede Information wie die andere Information, jedes Wissen gleich beliebigem Wissen und jedes Geheimnis gänzlich unbedeutend, man könnte in diesem Falle durchaus von einem Mangel an Sensibilität sprechen. So geschah es also, dass die Einblicke in so manch einen verderblichen und zutiefst verstörenden Gedanken sich langsam in den Informationskosmos ergossen, ohne Aussonderung, ohne jede Klassifizierung.
Natürlich ist sich so mancher der sich dem Wesen anvertraut bewusst, welche Folgen eine Nachlässigkeit, im Bezug auf die Kategorisierung seiner Informationen, nach sich ziehen könnte und trifft somit gewisse Vorkehrungen, doch diesem da, in seiner relativen Unachtsamkeit, ging ein derartiges Wissen um die Erfordernis dessen ab.

Schließlich also gänzlich zerstört, trieb es ihn hoffnungslos umher, fremd war ihm das Informationsgewölbe geworden, abgewendet hatten sich von ihm jene, die das unentschuldbare Wissen um seine Verdorbenheit erreicht hatte. Ein Jeder seiner zahlreichen Rufe nach Gnade und Vergebung verhallte in den gigantischen Schlünden des Ungeheuers „Weltgedächtnis“. Wie konnte er auch erwarten gegen die grausig effektive Willkür, die sich nun leider seiner angenommen hatte, irgendein Mittel aufwenden zu können, das er ihr entgegensetzten konnte. Nimmer würde die Bestie der Erinnerung schlafen, niemals könnte er sich ihr je entziehen, grotesk und geradezu absurd erschien ihm allein schon die bloße Vorstellung daran.
Also war er selbst eines jener Opfer geworden, die ein Jeder, in der Realität in die er sich begeben hatte, für absolut notwendig erachtet. Zuvor hatte er auch nicht anders als so gedacht, die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel ihn erwählen könnte war ihm fremd erschienen. Zweifellos hatte dies stets im Raum geschwebt, meistens unbemerkt, doch ständig präsent, wie eine dubiose Erscheinung, irgendwann WÜRDE ein Opfer gefordert werden, so verlangte es das Gesetz des neuen Gottes...

Jetzt war er also verstoßen worden. Was blieb ihm noch, hatte man ihm gelassen? Ausgespien als, von sabbernden Würmern ausgefressene, Schale, ein Gefäß ohne Inhalt, trieb es ihn in grenzenlose Plage.  Sein jetziger Zustand, für ihn subjektiv unzweifelhaft als unerträglich erscheinend, erwies sich in obektiver Hinsicht doch als ein gewisser Segen, wie die entschwundenen Geister vergangener Jahrzehnte gewiss zugegeben hätten; eine schmerzliche Erschütterung im Wesen eines Menschen wird seinem Charakter gegenüber für gewöhnlich als sehr förderlich erachtet.
Welch Weh jedoch bedeutete nun die Realisierung des wahren Daseins in dieser einen, unaustauschbaren Welt!
An die Bastionen eines Pesthauches von Verstumpfung sah er turmhohe Wellen  von Wunderlichkeit und vergangener Glorie schlagen, deprimierende Überbleibsel von Gedanken, die im Ansatz noch mit dem Untergrund des sie denkenden Geistes verwachsen schienen. Im endlos erscheinenden Hohlraum zwischen unermesslicher Leere und abgrundtiefer Verblendung, in dem er sich jetzt befand, konnte es ihn nur zerreissen, oder auf die andere Seite treiben.
Letztendlich blieb ihm nur die erkaltete Asche, der schon längst von den Parasiten zersetzte Kadaver; in die Vergessenheit geganger Glaube eines durch Materialismus verheerten Landes. Zuflucht in einer wiedererstarkten Primitivität des Seins...
22.1.10 13:56


Arizmenda - Within the Vacuum of Infinity...

Endlich mal wieder was Orginelles, etwas – ja, hier würde ich sogar sagen trifft das wirklich mal den Nagel auf den Kopf - „Transzendentes“.
Arizmenda habe ich außerdem den Wunsch zu verdanken ein Tapedeck mein Eigen zu nennen, was ich jetzt im Übrigen auch tue, denn das Album ist, ganz in wunderbarer Untergrundtradition, nur in diesem schön nostalgischen Format erschienen.
An sich bietet Within the Vacuum of Infinity... nichts das in irgendeiner Weise aus ungewöhnlichen Zutaten bestünde. Anders als im depressiven und atmosphärischen Black Metal Bereich inzwischen anscheinend üblich, schleicht die Musik nicht im ständigen slow und midtempo, sondern rattert zur Abwechslung mal so richtig schön dahin. Das ist auch deswegen erwähnenswert, da die Songs trotzdem außerordentlich ausladend sind.
Simple, wirkungstarke Riffs, die etwas seltsam unkonventionelles und unverbrauchtes ausstrahlen, tragen die Songs im Wesentlichen. Für sehr wichtig halte ich auch die Anmerkung, dass die Band offensichtlich keinen Drumcomputer verwendet, zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass ein solcher derart organisch daherkommen kann. Obligatorisch ist natürlich auch der Kreischgesang, doch auch dieser verschmilzt mit der Musik sehr eindrücklich und versprüht zudem etwas durchaus Extremes.

Im Allgemeinen machen Arizmenda sehr eigenwillige und vor allem sperrige Musik, dies unterstreicht auch die sehr raue Produktion. Lange lauschte ich keiner Veröffentlichung aus dem Underground mehr, wo diese derart stilvoll die Musik unterstrichen hat.  
Die Eingewöhnungszeit, die Within the Vacuum of Infinity... möglicherweise dem Hörer abverlangt, hebt das Album wohltuend vom Standard ab, der zu oft, natürlich zuweilen effektiv, nach der selben Formel vorzugehen scheint...
17.1.10 22:57


Zerstreuung

In dieser Panik liegen, einfach nur daliegen. Bloß die Knochen, nach einem letzten Knacken, von der Last befreien. Alles von den Blicken entfernen und den schlaffen Bauch hernieder schleifen lassen. Jeden Muskel aus seiner Anspannung lösen. Absolute und vollständige Entzerrung, fürwahr, was eine herrlich seichte Idee!
Plump, völlig verbreitert mag ihn der Zustand nun womöglich ganz und gar stören, es ist dieser Müßiggang alleine den er versucht hatte, wie einen Dorn aus seinem Fleisch zu ziehen. Vergeblich!
Doch da! Was erhebt sich neben seinem Bette nun?
Wären denn seine Augen nicht gänzlich stumpf, sein Blick nicht unendlich umnebelt, fast hätte ihm sein Geist eine Antwort geben wollen. Nur Gestaltlosigkeit blieb, trotz allem eine verlockende Präsenz.
Ästelungen vielleicht? Eindrücke länglicher, lappriger Arme, in etwa schwarz, vergleichsweise beruhigend, zumindest verglichen mit allen schemenhaften Ungeheuern denen er vormals einst gedacht hatte, natürlich konnte er sich des Hauches eines Argwohns nicht erwehren.
„Gewiss jedoch ist ein Solcher völlig verständlich“, so dachte er sich da, „man ziehe nur einmal in Betracht, von welch einer ungewohnten Beschaffenheit diese speckig glänzende Substanz doch ist, deren Wesen zudem so völlig unbeherrscht erscheint.“ Fürwahr, da hatte er sicherlich nicht Unrecht! Und es ließ auch nicht ab, nein, vielmehr wuchs es an, mit jedem seiner Atemzüge, soweit bis es die Haut nicht nur wie einen öligen Film bedeckt, sondern auch, zwecks diverser Öffnungen, Einlass in den Leib gefunden hatte.
Freilich tat es so nicht grundlos. Losgelöst von sämtlichen Erscheinungen, die konventionelle Kommunikation gar noch nötig gehabt hätten, verwehrte es seinem Wirt nicht das Wissen um seine Aufgaben. Welch freudige Erkenntnis!
In Position gebracht blieb also nunmehr dieser kurze Moment stiller Andacht und gedanklicher Rückbezüge auf all die Dinge, die nun bald aus ihm gepresst sein würden...
Und so tat es:
Nur einen Lidschlag, dessen zweite Hälfte er gleichsam nicht mehr erlebte, brauchte das Ding, welches sich nun durch sämtlichen Kanäle seiner bemächtigt hatte, denn wie die meisten Lebewesen sann es wieder nach Freiheit und dieser Irrweg, auf dem es soeben noch wandelte, war, so hatte es schon zu Beginn der grausigen Paarung gewusst, keiner der von Dauer sein konnte.
So riss es ihn in Fetzen, spritzte den Menschnbrei in sämtliche Ecken des Raumes.
Der Lidschlag unterbrach, da die Augäpfel zerplatzten...
10.1.10 15:51


Misanthropische Betrachtungen – erste Rohfassung

An manchen Tagen, eben Jene an denen ihm die Fratzen aus dem hohlen, rissigen Spiegelgebilde der Existenz eine falsche Vorstellung von der menschlichen Lebensweise, ja ihrer Vollkommenheit, vorgaukeln, scheint es so, als würde in ihm die Hoffnung darauf einen Frieden zu erlangen langsam gänzlich erlöschen.
Sich ergötzend an den kahlen Fliesen des Realitätsgebäudes und seinen kotbeschmierten Bewohnern, überschreitet er denn endlich die Grenze, die ihn vom Verlassen irrer, sehnsuchtsbeschwerter Trugbilder und verheißungsvoller Schemen getrennt hat.
Gesenkten Hauptes stapft er, nun gänzlich jeder Gesellschafsfähigkeit – welch Erfolg! - befreit, die, ihm letztendlich in ihrer ganzen freudigen Glanzlosigkeit erstrahlenden, Straßen entlang.
Hasserfüllt, wonnejauchzend nimmt er kein Leben wahr.
Nicht die zuversichtlich dreinschauende junge Mutter rechts von ihm, sie betätschelt grad ihren kleinen Balg gar rührend, weder den wild herumstochernden, fast blinden Alten vor ihm, noch all die anderen Organismen zerstoßenen, oder bald zerstoßenen, Lebens um ihn herum.
Alles was seine Augen sehen ist die einzige und unumstößliche Wahrheit, die Verderblichkeit und Sinnlosigkeit in jenem Streben, das der Mensch seit Jahrhunderten versucht hat mit leeren Phrasen zu rechtfertigen.
Keine Erklärung und Begründung irgendeines Sinnes irgendwo, weder hier, noch in weiter Ferne; kein Dahinkrabbeln mehr, es ist aus damit – lasst den Ausweg fahren, tötet Hoffnung und Begierde!
Die Geburt, die den Zerfallsprozess eines Jeden begründet, ließ seinen Abstieg, weg von der Nichtexistenz – dem Zenit – hin zur Realisierung der einsetzenden Rezession, beginnen und trieb ihm schließlich die Erkenntnis – den Tiefpunkt – des Elends allen menschlichen Lebens in die Arme.
Nun sah er völlig klar.
Was die Dichter, Maler, Komponisten so vieler Generationen versucht haben zu kaschieren, nur das eigentlich Offensichtliche:
Im tierischen Trieb des Menschen, in seiner vorhersehbaren, berechenbaren Dumpfheit liegt nicht das Geringste verborgen und jeder Versuch dem entgegen zu wirken wird von einer Masse träger Leiber irgendwann erdrückt.
Fallt übereinander her, vermehrt euch, verfallt, zergeht, sterbt, lasst den wuchernden Pilz immer weiter wachsen!
Für jede eurer geistesgestörten Ideologien, Sadismus, Krieg, Mord und auch sonst jede Art von Grausamkeit gibt es im endlosen Nichts keinen Richter. Macht weiter, schlagt euch zuschande, was nach einer, euch womöglich unendlich erscheinenden, Zeitspanne verbleibt ist nur ein leises Kichern und sont nur Desinteresse des Universums...

28.12.09 01:07


Potential

Diese Unstrukturiertheit meiner Gedanken ist mir schließlich zum Verhängnis geworden.
Ich schreibe und rede in einem Gewühl, denn in meinem Kopf bin ich Überall und Nirgends zu selben Zeit. Bei dem Versuch einem klaren Weg bis an sein Ende zu folgen scheitere ich zumeist kläglich. Doch: womöglich ist da noch Hoffnung.
Wenn es mir gelingt die wilden, lodernden Brände in meinem Schädel auf einen Punkt zu fokussieren, vielleicht ist denn auch die Hitze stärker.
Wenn ich es schaffe mich von der die Ineffizienz hervorbringenden und jedes Potential auffressenden Wut aus Kommunikationszwang und sonstigen äußeren Einflüssen zu entwinden, vielleicht legt sich denn auch die zu oft hervorquellende Unzufriedenheit.
Eins erscheint mir nun zumindest sicher:
Intellekt, oder gar „Genialität“, ist nicht, wenn Ozeane aus Assoziationen, Schlussfolgerungen und Erkenntnissen in dir hin und her schwappen und bisweilen das ein oder Andere über den Rand hinweg klatscht.
Was wenn es dir gelänge das ganze Behältnis mit deiner Faust zu packen und umzudrehen, sämtliche Fluten über das dürr daliegende Land zu gießen?
Eine elektrisierende Vorstellung...

19.12.09 22:32


Überarbeitung

Diesen Blog habe ich soeben überarbeitet.
In der Gewissheit, dass diese Internetpräsenz nun von (fast) allen banalen Tagebucheinträgen befreit wurde (derartige Einträge sind dir alleine vorbehalten, ich hab das schließlich realisiert), kann sie jetzt die nächsten 30 Jahre vor sich hin dümpeln...
Vielleicht spring ich auch mal woanders hin...irgendwann...

13.12.09 23:03


Opeth - Watershed

Nun, nach langer langer Zeit endlich meine fertiggestellte Review zum aktuellen Opeth-Album. Sie war eine schwere Geburt und das aus gutem Grund...

Erstmal vorweg in eigener Sache:
Ganz von der subjektiven Seite her gesehen bereitet mir der stetig wachsende Bekanntheitsgrad Opeth's seit einiger Zeit ein wenig Sorgen. Jeder der Underground Musik liebt weiß welch ein schönes Gefühl es ist eine Band zu hören die sonst niemand hört. Klar müsste mich das eigentlich nicht interessieren...
Nicht nur das, ich habe den Eindruck all die dollen „Frickel-Dream-Theater-Kiddies“ (nichts gegen die Band und die Vorurteile die mir in diesem Punkt zu eigen sind gestatte ich mir ganz einfach mal) kommen nun und geben ihre dollen Kommentare ab von wegen: „Früher, da war die Band schlecht, erst seitdem sie so und so produzierte Musik machen sind sie gut....“...blah....
Ich will die Band wieder für mich! Mich nerven all die Idioten die Alben wie Morningrise und Orchid schlecht machen weil sie zu beschränkt dafür sind...
Letztlich geht mich das auch insofern was an, als dass ich auf eventuellen Konzerten wohl oder übel über solche Kandidaten stolpern muss.
Wie gesagt: man entschuldige meine Subjektivität... nun aber zum Album:

Man kann sagen, dass Watershed ohne Zweifel das untypischte Opeth-Werk bisher ist, etwas was mich zu Beginn ein wenig enttäuscht hat, wie ich zugeben muss.
Erster Wermutstropfen für mich: Der Anteil an Growl-Parts wurde erneut drastisch reduziert, nicht, dass ich jemand wäre der diese in seiner Musik unbedingt brauchen würde, das war niemals so... Allerdings hat die Dynamik für mich seit jeher den „Opeth-Sound“ charakterisiert. Im Endeffekt kann man aber Entwarnung geben, schließlich ist nicht nur Grunzgesang das was Härte definiert, und im Endeffekt kommt nur das als Opener, und gleichzeitig eine Art Intro, fungierende „Coil“ ohne mahlende, brutale Riffs aus....
Die ersten 5 Durchläufe schwankten zwischen beeindruckt und enttäuscht, eine Woche später konnte ich das Album gar nicht mehr hören und nachdem es ein/zwei Monate in der Versenkung verschwunden war beschloss ich es wieder hervorzukramen und es schließlich für gut zu befinde.
Was Watershed letztlich auszeichnet ist die Individualität die allen Songs, bis auf eine Ausnahme, zu eigen ist:
Coil“ gehört in meinen Augen nach wie vor nicht zu den Favoriten, der weibliche Gesang ist unnötig und trägt rein gar nichts zum Sound des Albums bei. Inzwischen muss ich aber sagen, gehört auch dieser Song zum Album dazu, ob sich das einfach mit den wiederholten Durchläufen so eingestellt hat kann ich allerdings nicht sagen. Für mich bleiben andere Akustiksongs der Band nach wie vor Vorne und so betrachte ich „Coil“ nach wie vor nur als Intro zum Album.
Heir Apparent“ ist ein Opeth Song wie er im Buche steht und ein besonders guter noch dazu:
Brutal, vertrackt, trotzdem aus irgendeinem Grund eingängig. Dynamik wird insbesondere durch, herrlich aus dem Klanggerüst fallende, Akustikparts erreicht.
„The Lotus Eater“ ist wohl möglicherweise der gehypteste Songs des Album. „Ohoho, Klargesang über Blastbeats, oho wie unkonventionell!“. Das mal beiseite gelassen: ja es stimmt, der Song ist unkonventionell, ja es stimmt, der Song ist ziemlich gut. Und dieser komische „Zirkuspart“ am Ende passt wie Faust aufs Auge, besonders im Zusammenhang mit dem Break kurz vor Schluss, wo mal wieder die Growls rausgeholt werden.
Burden“ schließlich ist eine zeimlich schöne Ballade die vor Allem vom 70iger Progrock Vibe der Band profitiert und ich glaube was die Clean-Vocals angeht hat Mr. Akerfeldt hier (objektiv gesehen) eine neue Stufe erreicht, da kann man auch noch so viele Gegenargumente anbringen (von wegen „Radiotauglichkeit“ usw...).
Porcelain Heart“ schließlich ist einer der beiden Songs die mir nicht 100% zusagen. Der Song ist mir eine Spur zu lang und eingängig. Klar, das herrliche Riff das sich durch den ganzen Song zieht ist cool, aber die Variation kommt hier etwas zu kurz, in meinen Augen... Was den Song aber letztlich doch rettet ist das Drumming, es trägt letztlich doch noch die nötige Abwechslung zum Song bei.
Hessian Peel“ ist nun sowas wie der „Longtrack“ des Albums, obwohl 11 Minuten für Opeth nun eigentlich nichts außergewöhnliches sind. Mir gefällt dieser Song, auch packt Akerfeldt hier kurz vor Schluss nochmal seinen Grunzgesang aus. Man kann so im Zusammenhang mit dem Rest des Albums durchaus von einer gewissen aufgebauten Spannung sprechen, die sich nun entlädt.
Hex Omega“ nun ist für mich das große Fragezeichen dieses Werkes. Natürlich ist dieser Song anhörbar, im Zusammenhang mit dem was Opeth sonst geschaffen haben ist er für mich jedoch kaum mehr als eine uninspirierte Fingerübung, als Schlusspunkt für ein Album denkbar ungeeignet (man denke nur an „Isolation Years“ oder das unvergessene „To Bid You Farewell“ ).
Alles in Allem muss ich sagen, hat Watershed einige Phasen bei mir durchlaufen, bis es letztlich an dem Punkt angelangt ist, an dem es sich jetzt befindet. Ich bin geneigt es für besser als „Blackwater Park“ und sogar eventuell in der Zukunft „Still Life“ und/oder „Deliverance“ zu befinden.
Klar ist für mich allerdings auch, dass die erdige, noch ziemlich im Underground verhaftete, melancholische Urgewalt von "Morningrise" und Orchid niemals wieder erreicht werden wird, dafür sind Opeth heutzutage einfach zu poliert. Auch wenn man Opeth bis heute eine, im Vergleich zu den am Anfang genannten Dream Theater, stehts präsente Emotionalität attestieren muss, eine Unverfälschtheit und Authenzität, zumindes in Akerfeldts künstlerischen Streben, da soll mir bitte auch Niemand was erzählen...

Ein besonderes „Aua“ geht allerdings noch an Roadrunner:
Der so groß angepriesene „Postkarten“-Look der Limited Edition ist, nach meiner Meinung, ein, unter dem Deckmantel „Stil“ bedeckter, Versuch, sich nicht mit den Kosten eines edlen Digipacks zu belasten. Hätte ich mal die Vinyl-Edition genommen...

30.9.09 23:06


Das große mp3-Orakel

Inspiriert von Sir Tobin hab ich mich nun auch mal dazu entschlossen ein mp3-Orakel zu machen.
Vorweg soll gesagt werden, dass ich ein wenig geschummelt und alles aus den Genres "Comedy" und "Classic" vorher aus der Playlist entfernt habe. Ersteres aus offensichtlichem Grund, Zweiteres aufgrund der Tatsache, dass "Satz xy, Klavierkonzert xy" mir für mancherlei Frage hier nicht aussagekräftig genug erscheint, bzw ich auf musiktheoretische Abhandlungen und ellenlange Beschreibungen der Klangfarben des entsprechenden Stücks keine Lust habe, und wer will schon "große" klassiche Werke außeinanderreißen? Ich werde mich hüten! Natürlich bleiben dadurch auch Requiem und Mondscheinsonate außen vor, aber was solls...
Ansonsten alles wie gehabt:
Player auf Random und ab gehts...

Also denn, there it goes:

1.Wie fühlst du dich heute?
Paradise Lost – Once Solemn
„Unchaining the thing that's holding me down
And it's frustrating, the pressure's getting me down
And it's trying to live with a bad decision every day“

Spiegelt den täglichen Kampf des Daseins doch ganz gut wieder...

2. Wie ist deine Persönlichkeit?
Bohren & der Club Of Gore - Painless Steel
Hm...ja...wieso nicht? Warum Worte, wenn ein klagendes Tenorsaxophon reicht?
 
3. Wie sehen dich deine Freunde?
The Dubliners - Lord of the Dance
Ehm....eeeehm...

4. Was ist deine Lebensgeschichte?
Labyrinth - Falling Rain
Hm...hätte mir da was Vertrauteres und weniger Kitschiges gewünscht... Aber lässt man den Text mal außen vor...und die schmalzigen Vocals....

5. Wirst du ein glückliches Leben haben?
Apocalyptica - Hope
Die Musik sagt eindeutig "Nein!"...aber vielleicht ist da ja noch Hoffnung....

6. Wie war deine Schulzeit?
Massive Attack - Small Time Shot Away
Nicht uninteressant. Von der Stimmung her würd ich sagen kommts hin...

7. Wirst du heiraten?
Kekal - Our Urban Industry Runs Monotonously
Was zur Hölle? Das kann nichts Gutes bedeuten...

8. Was ist DAS Lied deines besten Freundes?
Neurosis - Distill (Watching the Swarm)
Was er wohl dazu sagen würde?

9. Was denken deine Eltern über dich?
Exodus - And then there were none
Oha...

10. Wenn du unbegrenzte Mittel zur Verfügung gestellt bekommen würdest, wie würdest du dich verhalten?
Morbid Angel - God of our own Divinity
"Raise this being to Life
Become the same as a God"

Das also zum Thema "Geld verdirbt den Charakter"...

11. Belügst du dich selbst?
Nocturnal Depression - The Whispering Spectrum
"Hear my words, do what I tell you
See the death you gave birth
Feel the sorrow that you hide
I'm the whispering spectrum, to be free kill yourself"

Uiui...das ist schlimm!

12. Was beschreibt deine Grosseltern?
Gregor Samsa - Even Numbers
Schöner Song, aber fürchterlich unpassend...

13. Wie sieht die Welt dich?
Samsas Traum - Alle meine Kinder
Ziemlich unverständlich...

14. Gibt es Leute, die dich heimlich begehren?
Angelo Badalamenti - Dinner Party Pool Music
Klingt zumindest etwas amourös...

15. Wie kannst du dich selbst glücklich machen?
Spiral Architect - Cloud Constructor
"Emptiness struck as he realized
There's no answer to "who am I? what am I?"
He then saw why men must construct for themselves
A cloud of Unknowing"

Sehr philosophisch... Die Komplexität der Musik spiegelt die Komplexität dieser Frage auch ganz gut wieder.

16. Wofür wurdest du geboren?
Sanctuary - The Third War
Da fällt mir spontan der Text eines Metallica-Songs zu ein:
"Soldier boy, made of clay
Now an empty shell
Twenty one, only son
But he served us well
Bred to kill, not to care"

Aber das lass ich nicht zu!

17. Wärst du fähig Jemanden zu töten?
Coroner - Tunnel of Pain
"Endless run, endless pain
Thousands of words, beating my brain"

Zumindest hätte ich allen Grund dazu, was?^^

18. Wirst du je Kinder haben?
Carnival in Coal - Ring my Bell
Dieser Song bietet keine Antwort auf diese Frage...

19. Woran wirst du sterben?
Uno Actu - Substance Grise
Hmmmmmm...an einer Maschine? Der Umweltverschmutzung?
An Menschen mit lange, spitzen, dünnen Nadeln an Stelle von Gliedmaßen?

20. Was für ein Lied soll auf deiner Beerdigung gespielt werden?
Joyless - Blå melankoli
Ja, genau..."Bla!"
Ein Schlusspunkt hinter der Sinnlosigkeit und Absurdität des Daseins...

21. Bist du ein guter Mensch?
Arckanum - Formála
"røkhyrragramR: ofreiðakyndill: allhelgýgR: ódauðligvølva: ginnvetrarísi: órþursamegin:
tvíendiseiðr: vánrekagandR: hveðrungsmær: rótgnagadjúp: allhrimmegin: æsurtalogi:"

Noch Fragen?

Outro
Aphex Twin - Girl/Boy Song
Tja...
26.9.09 00:15


Klagelied eines Tages

Beklagenswert beginne ich abgefallenes Fleisch,
selbst obwohl ohne Unterlass getrieben noch,
aus der inneren Öffnung zu rupfen.

Klaube ich denn im blassen Schein
des gegossenen, wimmernden Laichs
die wellige Ursprungsform
vom langsam zerschellenden Untergrund,
so mag ich,
in flehender Bedrängnis,
den güldenen Schatten fürchtend,
keinen Morgen mehr sehen.

Nun,
entbeint und glühend,
in Reinheit gänzlich nackt dastehend,
entflammt ein Atemgruß
und bellt,
zerfurcht, gar aufgedunsen,
in brackigem Jammer.

In diesem Gewühl aus kleinen und großen Wünschen
lässt sich bald,
und zwar ziemlich genau sogar,
der Auftreffpunkt des eigenen Scheiterns
mit relativer Leichtigkeit
berechnen.

28.8.09 02:46


Begotten (E. Elias Merhige)

Zunächst erblickt man eine maskierte Gestalt auf einem Stuhl. Spastische, niemals enden wollende Zuckungen durchziehen ihren Leib. An die Wand gespienes Blut ist der Vorbote des Leidens, denn beginnt die Gestalt mit einer Rasierklinge ihren Bauch zu bearbeiten. Gnadenlos verharrt die Kamera auf dem Geschehen. Angestrengt versucht man in dem Matsch aus Grautönen genaueres zu Erkennen, während das geschundene Wesen sich die Eingeweide aus dem Leib zu rupfen scheint...

Geht man ohne Vorwissen an Begotten heran möchte man meinen man hat irgendeine verkorkste Version erwischt. Niemals hab ich je ein derart dreckiges und grobkörniges Bild in einem Film erlebt.
Nun kann man seine Fantasie spielen lassen: Wurde dieses Filmmaterial etwa aus einer anderen Dimension an unsere Welt gespült, stammt es aus einer Zeit die es niemals gegeben hat und die es niemals geben wird, oder handelt es sich gar um die einzig Aufnahme die von der Hölle selbst exisitert?
Nach Aussage von Merhige brauchte man 10 Stunden um eine einzige Minute des komplett in schwarzweiss gehaltenen Films in den Zustand zu versetzen in dem sie sich heute befindet...

Die Erfahrung die Begotten mir beschert hat war von unterschwelligerer Natur als ich sie erwartet hatte. Vermutlich gehört der Film zu den minimalistischsten die ich in meinem Leben sehen durfte. Meist passiert in den ewig andauernden Szenen des Films nur sehr wenig, nicht selten ist bei Nahaufnahmen nicht wirklich viel zu erkennen, die surreale Stimmung bricht dennoch an keiner Stelle ab. Ständig ist man hin und hergeworfen zwischen einlullender, dumpfer Monotonie und morbider Faszination, die spartanische Soundkulisse aus allerlei Gezirpe, einem sich ständig wiederholenden, an einen Herzschlag erinnernden, Basston und einigen kargen Ambienttupfern verstärkt dies noch.

Möglicherweise hatte ich mir mehr von dem Film erhofft, es kann aber auch sein, dass er langsam und unaufhaltsam unter meine Haut kriechen wird, wenn nicht nach dem ersten Anschauen, denn vielleicht nach dem zweiten oder dritten.
Bereichernd war die Erfahrung ohne jeden Zweifel und mit ziemlicher Sicherheit gibt es etwas Derartiges nicht noch einmal...

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23.8.09 01:14


E-x-i-s-t-e-n-z

Entschlüpft der aasigen Lebensform.
Auf den kalten, braunen Untergrund geworfen, einfach so.
Ein milchigwarmer Körper, schön weich.
Glatt, glitschig und rein.
Das süße kleine Köpfchen zittert. Vorsichtig tastend, vermeintlich ohne Sinn, erspürt es die Nachgeburt. Verschlingt langsam das modrig, mehlige Fleisch.
In ruhiger Gelassenheit schwillt der Leib. Die glänzend, klebrige Haut bläht und dehnt sich.
Etwa eine Stunde dauert ist, denn ist nichts mehr übrig von dem fauligen Kokon, dem es entschlüpfte. Es ist nicht leicht zu erkennen, aber in dem zarten Zucken des Körpers verbirgt sich sehr viel Zufriedenheit nun.
Jetzt hat es keinen Grund mehr hier länger zu verweilen.
Auf seinem Weg hinterlässt es eine schleimige Spur. Weißlich grün, Fäulnis aussendend.
Regelmäßige, gemächliche Stöße gehen durch den Leib, der sich bedächtig und geduldig voranschiebt.

Eine Welt aus Farben hast du betreten, die du nicht sehen kannst.
Einen Ort im Universum dessen Gerüche dir fremd bleiben werden.
Doch dir bleiben die notwendigen Genüsse.
Dort! Du kannst die langsam verwesende Substanz unmittelbar vor dir nicht erspähen, doch du wirst sie bald erreichen. Wenn du in der schimmeligen Lache badest wird dein Leibchen vor Freude beben!
Ah, na siehst du... Hab ich dir zu viel versprochen?
Dein anmutiges Schmatzen, könntest du es doch hören!
Wie empfindest du den Geschmack, er ist gut oder?
Ja, ich sehe, das ist er...
Wie wild du das modernde Fett verspeist!

Ach, könntest du sehen wie sie alle es dir gleich tun, deinen Blick einen Moment schweifen lassen...
Tausende Leiber sind es, sie alle kriechen ihm entgegen, dem heiligen See der Verwesung.
Wie von einer magischen Hand geleitet zieht es sie dorthin, obwohl sie weder sein Gestank erreicht noch sie seine rötlichgrüne Färbung erkennen können.
In hirnlosblinder, instinktgetriebener Zielstrebigkeit existiert nur dieses eine Ziel: sich mit ihm zu vereinigen, zu sterben in ewigem, wolllüstigen Wonnebrand...

5.6.09 01:28


Postmodern

Ganz und gar unkommentiert gelangt dies hier in meinen, schon seit langer Zeit nicht mehr allzu aktiven, Blog.
Zum "Verständnis" wird Kenntnis des 1. Buch Mose und Kant's "Kritk der reinen Vernunft" vorausgesetzt...

Das Erst

Die Schöpfung: setzen des Verstandes und der unseren Erkenntnissen die Form des Am Anfang schuf qua non, mithin die negative man gleiche in Ansehung des Inhalts. Erde aber kann die Logik nicht gehen, und arm sein mag, daß jene allgemeine Und die Erde war Form, sondern den Inhalt trifft, Eine solche Unterweisung ist Gottes schwebte auf Probirtstein entdecken. keine Weise gemäß. Um deswillen Und Gott sprach: Die allgemeine Logik löset Dialektik lieber als eine Kritik des Und es ward Licht. des Verstandes und der Vernunft beigezählt, und als eine solche sie als Principien aller logischen standen wissen. Scheins, d.i. dialektisch sei. Denn Verstandes zu geben, ob das Licht gut war. Inhalt der Erkenntniß lehrt, sondern derselben noch sehr leer von der Finsterdingungen der Übereinstimmung mit Logik, die bloß ein Tag und die übrigens im Ansehung der Gegenstände wie ein Organon zur aus Abend und sind: so muß die Zumuthung, sich Es werden lichter auszumachen, so kann sich die Erschaffung der Welt Himmels, die da über Gegenstände zu urteilen Sünde und Leid kommen und geben Zeichen, ohne von ihnen vorher Von Adam bis Noah Jahre eingezogen zu haben, um Noah und die Sinflut die Verknüpfung derselben Abraham und Isaak Und Gott sah, daß Ganzen nach logischen Jakob und Esau Da schied Gott das Licht aber, sie lediglich darnach Josef und seine Brüder verleitendes in dem Besitze Die Israeliten in Ägypten und nannte das Licht sternis Nacht. Da ward So verschieden auch die Bedeutung seinen vorsetzlichen Blendwerken Morgen der erste Tag Benennung einer Wissenschaft oder zu geben, daß man die Methode Und Gott sprach: kann man doch aus dem wirklichen Logik überhaupt vorschreibt, zwischen den Wassern . abnehmen, daß sie bei ihnen nichts schönigung jedes leeren Vorgehens Da machte Gott Scheins. eine sophistische Kunst, als eine sichere und brauchbare Warnung das Wasser unter gemeine Logik, als Organon betrachtet, über der Feste.

Mitverantwortlich hierfür sind: Sir Tobin und Sir Maximus

14.5.09 20:26


Mourning Beloveth, Mournful Congregation, Longing for Dawn & Ophis (Bambi Galore, Hamburg)

Seit langem hatte ich mich schon danach gesehnt mal wieder ein Konzert zu besuchen das mich so richtig umhaut, mich einfach fasziniert und vollständig zufrieden zurücklässt.
Heute hat mein Sehnen endlich ein Ende gefunden.
Einen, noch recht unbekannten, neuen Laden mit dem lustigen Namen „Bambi Galore“ in Hamburg enterten die Bands Mourning Beloveth (Irland), Mournful Congregation (Australien), Longing for Dawn (Kanada) und Ophis (Hamburg).
Die „Milestones Of Misery“ Tour trägt ihren Namen durchaus zu recht:
Sämtliche Bands spielen Doom der langsamsten Sorte, wobei insbesondere Longing For Dawn und Mourning Beloveth in ihrer unglaubichen Langsamkeit die volle Dröhnung an Funeral Doom bescheren.

Der Reigen wunderbarer Depression wurde durch Ophis eingeläutet. Ich kenne die Band schon und mag sie. Heute Abend habe ich sie jedoch nur am Rande verfolgt, ich wollte meine Kraft für die drei anderen Bands aufheben.
Ich schrieb berteits einmal eine Review zu einem Esoteric-Konzert, da kann der geneigte Leser etwas Lob zu dieser Band vorfinden.

Longing for Dawn habe ich dagegen in ihrer ganzen qualvollen Pracht genossen.
Ich mag die Band insbesondere, weil sie die durchaus fruchtbare Idee gehabt hat, besonders verstärkt Dark Ambient Elemente in ihre Musik einfließen zu lassen. Ansonsten waren sie die einzige Band an diesem Abend, die ihr Programm komplett im Zeitlupentempo durchgezogen hat (selbst Mournful Congregation haben hier und da im Tempo variiert, aber dazu gleich mehr). Wen das allerdings stört, der ist ohnehin auf dem falschen Konzert.
Drei zäh und qualvoll dahinfließende Hymnen des Leidens gab die Band an diesem Abend zum besten und sie alle haben mich restlos begeistert in ihrer unvergleichlichen Ehrlichkeit und kompositorischen Klarheit. Hypnotisch!

Mournful Congregation setzten noch einen drauf: Was die Australier ohne Zweifel auszeichnet ist ein, für das Genre doch nicht unbedingt übliches, instrumentales Können. Das will heißen, dass Funeral Doom noch genialer klingt wenn hier und da wundervolle Soli eingestreut werden und, man höre und staune, nach 13 Minuten des Dahinsiechens plötzlich ein Temposchub erfolgt, der den Hörer endgültig zum Orgasmus führt.
Fantastisch!

Schließlich die Headliner des Abends:
Mourning Beloveth. Nach den beiden letzten Bands wirkten die fast schon wie Speed Metal. Zu Beginn war mir das echt fast zu schnell (man stelle sich mich vor wie ich Grinse bei dieser Aussage).
Man konnte fast abgehen zu der Musik! Der Grunzer hat die Laute die er ausstieß auch nicht grundsätzlich über längere Zeiträume hinweg ausgedehnt.
Die herrlich traurigen und morbiden Melodien waren aber von der obersten Güteklasse und nach einer kurzen Anlaufphase hatten mich auch Mourning Beloveth in ihren Bann gezogen.
Wunderbar, einfach wunderbar!

Bevor ich jetzt zum Schluss komme sei noch gesagt, dass der Sound bei allen Bands wirklich verdammt gut war. Hier wurde klasse Arbeit geleistet und ich freue mich schon auf den nächsten Abend im „Bambi Galore“.

Um ein Fazit zu ziehen:
Ein komplett perfekter Abend. Ich habe wiederholt die Erkenntnis gewonnen, dass Doom, wenn man denn ein Fan solcher Musik ist, live wirklich eine unvergleichliche Wirkung entfalten kann.
Dass es keine pogenden Idioten gibt die einen beim depressiv sein stören ist dabei ein zusätzlicher Bonus...

13.4.09 02:56


Expressionen II

Glockengeläut am Herbsthimmel

Lustig wahnsinniges Knochenklauben,
geflissentlich nimmt mir die Sicht.
Fiebriges starren mit roten Augen,
tropfend in mein Innerstes bricht.

Funke, Feuer, rasendes Getier,
belauert glänzenden Entenschwarm.
Sinn, klebriges Geschmier,
bricht zernarbten Hühnerdarm.

Jähzornig wimmernde Glut!
Ausgeblutet zerflossenes Brachland!
Klagend entzündete Brut!
Das Genie, den Meister...verkannt!

Wahnsinn, Wut und Schande,
eilt herbei in Vaters Gewande.
Die Sense trennt mich flux entzwei
und ein geifernder Greis eilt vorbei.


11.7.09 13:46


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