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Opeth - Watershed

Nun, nach langer langer Zeit endlich meine fertiggestellte Review zum aktuellen Opeth-Album. Sie war eine schwere Geburt und das aus gutem Grund...

Erstmal vorweg in eigener Sache:
Ganz von der subjektiven Seite her gesehen bereitet mir der stetig wachsende Bekanntheitsgrad Opeth's seit einiger Zeit ein wenig Sorgen. Jeder der Underground Musik liebt weiß welch ein schönes Gefühl es ist eine Band zu hören die sonst niemand hört. Klar müsste mich das eigentlich nicht interessieren...
Nicht nur das, ich habe den Eindruck all die dollen „Frickel-Dream-Theater-Kiddies“ (nichts gegen die Band und die Vorurteile die mir in diesem Punkt zu eigen sind gestatte ich mir ganz einfach mal) kommen nun und geben ihre dollen Kommentare ab von wegen: „Früher, da war die Band schlecht, erst seitdem sie so und so produzierte Musik machen sind sie gut....“...blah....
Ich will die Band wieder für mich! Mich nerven all die Idioten die Alben wie Morningrise und Orchid schlecht machen weil sie zu beschränkt dafür sind...
Letztlich geht mich das auch insofern was an, als dass ich auf eventuellen Konzerten wohl oder übel über solche Kandidaten stolpern muss.
Wie gesagt: man entschuldige meine Subjektivität... nun aber zum Album:

Man kann sagen, dass Watershed ohne Zweifel das untypischte Opeth-Werk bisher ist, etwas was mich zu Beginn ein wenig enttäuscht hat, wie ich zugeben muss.
Erster Wermutstropfen für mich: Der Anteil an Growl-Parts wurde erneut drastisch reduziert, nicht, dass ich jemand wäre der diese in seiner Musik unbedingt brauchen würde, das war niemals so... Allerdings hat die Dynamik für mich seit jeher den „Opeth-Sound“ charakterisiert. Im Endeffekt kann man aber Entwarnung geben, schließlich ist nicht nur Grunzgesang das was Härte definiert, und im Endeffekt kommt nur das als Opener, und gleichzeitig eine Art Intro, fungierende „Coil“ ohne mahlende, brutale Riffs aus....
Die ersten 5 Durchläufe schwankten zwischen beeindruckt und enttäuscht, eine Woche später konnte ich das Album gar nicht mehr hören und nachdem es ein/zwei Monate in der Versenkung verschwunden war beschloss ich es wieder hervorzukramen und es schließlich für gut zu befinde.
Was Watershed letztlich auszeichnet ist die Individualität die allen Songs, bis auf eine Ausnahme, zu eigen ist:
Coil“ gehört in meinen Augen nach wie vor nicht zu den Favoriten, der weibliche Gesang ist unnötig und trägt rein gar nichts zum Sound des Albums bei. Inzwischen muss ich aber sagen, gehört auch dieser Song zum Album dazu, ob sich das einfach mit den wiederholten Durchläufen so eingestellt hat kann ich allerdings nicht sagen. Für mich bleiben andere Akustiksongs der Band nach wie vor Vorne und so betrachte ich „Coil“ nach wie vor nur als Intro zum Album.
Heir Apparent“ ist ein Opeth Song wie er im Buche steht und ein besonders guter noch dazu:
Brutal, vertrackt, trotzdem aus irgendeinem Grund eingängig. Dynamik wird insbesondere durch, herrlich aus dem Klanggerüst fallende, Akustikparts erreicht.
„The Lotus Eater“ ist wohl möglicherweise der gehypteste Songs des Album. „Ohoho, Klargesang über Blastbeats, oho wie unkonventionell!“. Das mal beiseite gelassen: ja es stimmt, der Song ist unkonventionell, ja es stimmt, der Song ist ziemlich gut. Und dieser komische „Zirkuspart“ am Ende passt wie Faust aufs Auge, besonders im Zusammenhang mit dem Break kurz vor Schluss, wo mal wieder die Growls rausgeholt werden.
Burden“ schließlich ist eine zeimlich schöne Ballade die vor Allem vom 70iger Progrock Vibe der Band profitiert und ich glaube was die Clean-Vocals angeht hat Mr. Akerfeldt hier (objektiv gesehen) eine neue Stufe erreicht, da kann man auch noch so viele Gegenargumente anbringen (von wegen „Radiotauglichkeit“ usw...).
Porcelain Heart“ schließlich ist einer der beiden Songs die mir nicht 100% zusagen. Der Song ist mir eine Spur zu lang und eingängig. Klar, das herrliche Riff das sich durch den ganzen Song zieht ist cool, aber die Variation kommt hier etwas zu kurz, in meinen Augen... Was den Song aber letztlich doch rettet ist das Drumming, es trägt letztlich doch noch die nötige Abwechslung zum Song bei.
Hessian Peel“ ist nun sowas wie der „Longtrack“ des Albums, obwohl 11 Minuten für Opeth nun eigentlich nichts außergewöhnliches sind. Mir gefällt dieser Song, auch packt Akerfeldt hier kurz vor Schluss nochmal seinen Grunzgesang aus. Man kann so im Zusammenhang mit dem Rest des Albums durchaus von einer gewissen aufgebauten Spannung sprechen, die sich nun entlädt.
Hex Omega“ nun ist für mich das große Fragezeichen dieses Werkes. Natürlich ist dieser Song anhörbar, im Zusammenhang mit dem was Opeth sonst geschaffen haben ist er für mich jedoch kaum mehr als eine uninspirierte Fingerübung, als Schlusspunkt für ein Album denkbar ungeeignet (man denke nur an „Isolation Years“ oder das unvergessene „To Bid You Farewell“ ).
Alles in Allem muss ich sagen, hat Watershed einige Phasen bei mir durchlaufen, bis es letztlich an dem Punkt angelangt ist, an dem es sich jetzt befindet. Ich bin geneigt es für besser als „Blackwater Park“ und sogar eventuell in der Zukunft „Still Life“ und/oder „Deliverance“ zu befinden.
Klar ist für mich allerdings auch, dass die erdige, noch ziemlich im Underground verhaftete, melancholische Urgewalt von "Morningrise" und Orchid niemals wieder erreicht werden wird, dafür sind Opeth heutzutage einfach zu poliert. Auch wenn man Opeth bis heute eine, im Vergleich zu den am Anfang genannten Dream Theater, stehts präsente Emotionalität attestieren muss, eine Unverfälschtheit und Authenzität, zumindes in Akerfeldts künstlerischen Streben, da soll mir bitte auch Niemand was erzählen...

Ein besonderes „Aua“ geht allerdings noch an Roadrunner:
Der so groß angepriesene „Postkarten“-Look der Limited Edition ist, nach meiner Meinung, ein, unter dem Deckmantel „Stil“ bedeckter, Versuch, sich nicht mit den Kosten eines edlen Digipacks zu belasten. Hätte ich mal die Vinyl-Edition genommen...

30.9.09 23:06
 


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